§45b Budget ausgeschöpft

§45b Budget ausgeschöpft – was tun?

131 € pro Monat klingen viel – sind aber schnell aufgebraucht. Welche Töpfe parallel verfügbar sind und wie du Reste rettest.

Wann genau ist das §45b-Budget aufgebraucht?

Jeder Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad erhält 131 € pro Monat als Entlastungsbetrag – das sind 1.572 € im Jahr. Genutzt wird das Budget pro Kalendermonat. Wer mehrere Stunden Begleitung pro Woche bucht, hat die monatlichen 131 € meist nach 6 – 8 Einsatzstunden ausgeschöpft.

Option 1: Reste aus dem laufenden Halbjahr aktivieren

Nicht genutzte Beträge werden halbjahresweise übertragen. Wer im Januar nur 30 € verbraucht hat, kann den Rest von 101 € im Februar oder März zusätzlich abrufen. Viele Klienten wissen das nicht und nutzen ihre Spielräume nicht.

Option 2: Vorjahres-Reste retten (Frist 30. Juni)

Beträge aus dem Vorjahr verfallen erst am 30. Juni des Folgejahres. Bis dahin können sie zusätzlich zum laufenden Monatsbudget verbraucht werden. Praxistipp: Im April / Mai prüfen, ob Klienten noch Restbeträge stehen haben – und gemeinsam vor Fristablauf planen.

Option 3: §39 Verhinderungspflege als Ergänzung

Bei Pflegegrad 2 – 5 stehen zusätzlich 1.685 € pro Jahr aus der Verhinderungspflege §39 zur Verfügung (bis 2.528 € mit umgewidmeter Kurzzeitpflege). Voraussetzung: Eine Hauptpflegeperson existiert seit mindestens 6 Monaten und ist „verhindert". Die Begleitstunden während dieser Verhinderung können statt über §45b über §39 abgerechnet werden.

Option 4: Höherstufung des Pflegegrads prüfen

Wenn der Hilfebedarf seit der letzten Begutachtung deutlich gestiegen ist, lohnt ein Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse. Höhere Pflegegrade öffnen u. a. den Anspruch auf Pflegegeld (§37) und Pflegesachleistungen (§36) – das §45b-Budget bleibt aber gleich.

Option 5: Selbstzahler-Vereinbarung

Reicht keine Kasse mehr aus, kann der Klient privat zuzahlen. Das ist formal unkritisch, sollte aber vor der Leistung schriftlich vereinbart werden. Sonst droht Ärger, wenn die Pflegekasse später eine andere Erwartung hatte.

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